Ausstellungen zur Burggeschichte

Die Leuchtenburg bietet eine Vielzahl von spannenden und abwechslungsreichen Ausstellungen zur Burggeschichte. Diese Ausstellungen vermitteln, wie aus der mittelalterlichen Burg ein Armen-, Irren- und Zuchthaus und schließlich ein touristischer Ort wurde. Die Ausstellungsbereiche befinden sich in der historischen Kernburg mit  der erhaltenen mittelalterlichen Wehranlage und vier Verteidigungstürmen aus dem 15. Jahrhundert.

Burgbrunnen mit Tretrad

80 m tiefer Burgbrunnen mit Tretrad und Häftlingsgeschichte

Mit 80 m Tiefe gehört der Leuchtenburger Brunnen zu den tiefsten in Thüringen. 1552/53 wurde er von Saalfelder Bergleuten ausgeschachtet. Zur Zuchthauszeit mussten zwei Häftlinge täglich im Tretrad arbeiten, um für genügend Wasser in der Anstalt zu sorgen. Mindestens zwei Sträflinge zogen dieser schweren Arbeit den Freitod durch einen Sturz in den Brunnen vor, was der Film im Brunnenmuseum zeigt. Im Tretrad kann man am eigenen Leibe erfahren, wie mühsam es war, das Wasser nach oben zu bringen.

Bergfried und Türmerstube

Panoramablick vom Bergfried und Türmerstube

Erklimmt man die 151 hölzernen Stufen des Bergfriedes, kann man auf halber Strecke das Uhrwerk der alten Turmuhr mit einem langen Schacht für die steinernen Gewichte bestaunen. Oben angekommen, wird man mit einem traumhaften Panoramablick belohnt. Entdecken Sie auch die alte Türmerstube, die noch bis zum Jahr 1871 ständig bewohnt war. Der Türmer hatte nach Feuer und fliehenden Häftlingen Ausschau zu halten und gab im Alarmfall mit einer Kanone Warnschüsse ab.

Das Amt Leuchtenburg und die mittelalterliche Gerichtsbarkeit

Mittelalterliche Gerichtsbarkeit im Marterturm mit sprechenden Steinen

Im Marterturm erwartet den Gast eine spannende Ausstellung zur mittelalterlichen Gerichtsbarkeit. Der ehemalige Wehrturm wurde ab 1540 zum Gefängnis umgebaut. Untertanen des Amtes Leuchtenburg sperrte man hier bei Vergehen im lichtleeren Untergeschoss ein. Manche nur für einen Tag und eine Nacht, viele aber für Monate und Jahre. Sprechende Steine an den Turminnenwänden berichten vom Schicksal der Häftlinge.

Armen-, Irren- und Zuchthaus Leuchtenburg

Von Dieben, Mördern und Geisteskranken – Zuchthausausstellung im Münzturm

Im Münzturm kann eine Ausstellung zur Nutzung der Leuchtenburg als Zucht-, Armen- und Irrenhaus besichtigt werden. Von 1724 bis 1871 waren über 5.200 Menschen auf der Burg inhaftiert. Originale, einst von den Häftlingen gefertigte Puppenteile aus Porzellan und Spielzeugpferde aus Pappmaschee geben einen Einblick in den Arbeitsalltag der Häftlinge. Wer nachempfinden möchte, wie sich die schweren Ketten an Füßen und Armen anfühlten, kann einen Selbstversuch wagen.

Ahnengalerie der Herzöge von Sachsen-Altenburg

Ahnengalerie der Herzöge von Sachsen-Altenburg im Rittersaal

Von den Wänden des prunkvoll vertäfelten Rittersaals aus dem Jahr 1912 schauen ehrwürdig die Ahnen der Herzöge von Sachsen-Altenburg zum Betrachter herunter. Die Linie der früheren Burgbesitzer stammt aus dem ernestinischen Haus Wettin. Auf der Leuchtenburg selber haben diese noblen Damen und Herren allerdings nie residiert. Sie setzten Amtmänner ein, die in ihrem Namen die Region verwalteten und Steuern einzogen.

Vom Weinbau im Saaletal

Vom Weinbau im Saaletal

Begeben Sie sich im Weinkeller auf die traditionellen Spuren des Weinanbaus, der vom 12. bis 16. Jh. die Region prägte. Die Reben fanden hier durch die Wärme speichernden Kalkhänge besonders günstige Klimabedingungen. Im Gebiet um die Leuchtenburg sind um das Jahr 1500 mehr als 1.000 Hektar Weinbaufläche bezeugt. Auch direkt am steilen Südhang der Burganlage wurde Wein angebaut. Seit dem Jahr 2000 wachsen an der Leuchtenburg wieder Reben der Sorten Weißer Gutedel und Blauer Portugieser.

Fotoausstellung "Glut ist Geist"

Fotoausstellung "Glut ist Geist"

Bursche, laß was flattern, wehen, tut mir doch nit so gesetzt. Bissel stürmisch muß es gehen, soll was Freudiges entstehen, tut was, was die Leut entsetzt! Tut mir nit so vereist! Glut ist Geist!“ (Gusto Gräser)

Gefühle von Freiheit und unstillbar freudigem Lebensdurst dominierten die deutsche Jugendbewegung ab 1913. Die Leuchtenburg war vor 100 Jahren deutschlandweit einer der wichtigsten Orte dieser Strömung. Unter anderem werden der charismatische Anführer Muck Lamberty und seine Neue Schar auf der Leuchtenburg in einer eindrucksvollen Fotodokumentation präsentiert. Die Ausstellung finden Sie entlang des Panoramaweges.

Panoramaweg

Panoramaweg um die Burg

Als Abschluss der Besichtigung sollte man den Rundgang entlang der äußeren Burgmauer auf dem Panoramaweg fortsetzen. Neben einmaligen Ausblicken kann man hier den wehrhaften Charakter der Leuchtenburg mit ihren massiven Türmen und doppelten, mit Schießscharten bestückten Mauern, besonders gut überblicken. Im Sommer weiden am Burghang unsere Schafe und Ziegen.