Erste Porzellan-Kirche auf der Leuchtenburg

Er war Mitarbeiter des in Polen geborenen berühmten amerikanischen Star-Architekten Daniel Libeskind und ist heute selbst ein gefragter Mann: Michael J. Brown (Design NAU2), der in Zürich, Berlin und Los Angeles im Spannungsfeld zwischen Architektur und Ausstellungsdesign tätig ist und jetzt die alte Burgkapelle der Leuchtenburg mit seinen innovativen Ideen zur ersten Thüringer Porzellan-Kirche gemacht hat.

Die Porzellan-Kirche wird mit einem Lamellen-Vorhang aus matt-weißem technischem Porzellan ausgestattet, der von der Decke bis zum Boden reicht und für einen ganz besonderen Raumeffekt sorgt. Die Art Direction sowie die Auswahl der Materialqualitäten vor Ort realisierte der Stiftungsvorstand Sven-Erik Hitzer persönlich, der sächsische Unternehmer studierte an der Kunsthochschule Burg Giebichenstein in Halle. Am 8. Oktober wurde die Kirche im Rahmen eines ökumenischen Festgottesdienstes feierlich geweiht.

Im letzten Jahrhundert wurde der Sakralbau überwiegend museal genutzt. Bis zur Auflösung des Zuchthauses auf der Leuchtenburg im Jahr 1871 diente das Gotteshaus vor allem als Gefängniskirche. Von Montag bis Sonntag waren Gesänge, Gebete und Andachten in den Tagesablauf der Häftlinge eingebaut. In den erhalten gebliebenen Listen der Burgpfarrer sind knapp 5.200 Namen von Häftlingen mit Geburtsort, Grund der Einlieferung und anderen Details vermerkt. Die Kapelle soll für Gottesdienste, Taufen, kirchliche Hochzeiten und als Raum der Entspannung zur Verfügung stehen.

„Mit dem Projekt wird die letzte von insgesamt sieben Porzellan-Welten in die Tat umgesetzt und die touristische Attraktivität der Burganlage weiter erhöht“, sagt Sven-Erik Hitzer, Ideengeber der Porzellanwelten und Vorstand der gemeinnützigen Stiftung Leuchtenburg. Mit der Porzellankirche werden die insgesamt sieben Porzellanwelten nun finalisiert. Neben dem Steg der Wünsche, der mit acht Metern weltgrößten Vase sowie mit drei Millimetern kleinsten Kanne kommt nun mit der Porzellankirche ein weiterer Superlativ auf der Leuchtenburg dazu. Damit setzt die 2007 errichtete Stiftung Leuchtenburg dem Thüringer Porzellan ein Denkmal und vereint die Porzellankompetenz auf der Burganlage.